Sport

Sportunterricht und Erziehungsauftrag
Der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule allgemein ist durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und durch die unterschiedlichen Landesverfassungen vorgegeben. Insbesondere beinhaltet dieser Auftrag die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Darüber hinaus ist die Schule insbesondere gehalten, die Schülerinnen und Schüler (SuS)
• in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit und Begabung zu fördern, zur Menschlichkeit und Friedensliebe, zur Achtung der Würde und Überzeugung anderer, zu Leistungswillen und Eigenverantwortung sowie zur sozialen Bewährung zu erziehen,
• auf die Mannigfaltigkeit der Lebensaufgaben und auf die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt vorzubereiten,
• zur Anerkennung der Wert- und Ordnungsvorstellung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu erziehen.

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Aus diesen fundamentalen Forderungen leitet sich der spezielle Erziehungs- und Bildungsauftrag des Sports am Jüdischen Gymnasium Moses Mendelssohn ab. Der Schulsport wird als wesentlicher Bestandteil einer auf die Ganzheit des jungen Menschen ausgerichteten Bildung und Erziehung aufgefasst. Er hat dabei die besondere Aufgabe, vielfältige Bewegungs und Körpererfahrungen zu vermitteln, die für die körperliche Entwicklung notwendigen Bewegungsreize zu bieten und zur Gesunderhaltung und zum Wohlbefinden beizutragen.

Beim Erproben neuer Bewegungen, beim spontanen Lösen von Bewegungsaufgaben, auch unter ästhetischen und kreativen Gesichtspunkten, bei der Festigung von Handlungsmustern durch Üben und Trainieren, bei der Förderung der Leistungsbereitschaft, beim Streben nach Erfolg, beim entspannten und beim sportlichen Spiel kann er für die Entfaltung der Gesamtpersönlichkeit wesentliche Erfahrungen und Grundeinsichten vermitteln.
Er hat insbesondere die Zielsetzung, die Freude an sportlicher Tätigkeit zu wecken und ein lebenslanges Sportinteresse anzuregen. Die sozialen Erfahrungen, die beim gemeinsamen Sporttreiben gesammelt werden, sollen die Verantwortungs-, Hilfsbereitschaft und Fairness auch außerhalb des Sports positiv beeinflussen.

Bei der Umsetzung dieser Zielvorgaben orientiert sich der Sportunterricht am Jüdischen Gymnasium Moses Mendelssohn an folgenden didaktischen Leitvorstellungen:
• Die Vielfalt der sportlichen Betätigungsmöglichkeiten und die unterschiedlichen Zielrichtungen des Sporttreibens sollen durch den Sportunterricht aufgezeigt werden.
• Es sollen vielfältige Bewegungsmuster bereitgestellt werden, die zu einer breit angelegten Bewegungserfahrung führen.
• Auch für die SuS ist die reflektierte Praxis das Ziel. D.h., die SuS sollen nicht nur über einen breit gestreuten Katalog von Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen, sondern auch die Kompetenz besitzen, diese bewusst einzusetzen und die Folgen und Wirkungen ihres Tuns zu durchschauen.
• Der Spaß am Sport ist die wichtigste Voraussetzung, um all die Ziele, die man über den Sport erreichen möchte, überhaupt realisieren zu können!
• Spaß macht der Sportunterricht auf Dauer nur dann, wenn individuell erreichbare Ziele angestrebt werden und ein individueller Leistungsfortschritt für die SuS erfahrbar wird.

Organisation des Sportunterrichts
Der Sportunterricht am Jüdischen Gymnasium Moses Mendelssohn orientiert sich an den Aufgaben und Zielen, den didaktisch-methodische Grundsätzen sowie den organisatorischen Voraussetzungen der Rahmenlehrpläne für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule für die Grundschule, der Sekundarstufen I und II.

Darüber hinaus ist er von den folgenden organisatorischen Gegebenheiten geprägt:
Der Sportunterricht am Jüdischen Gymnasium Moses Mendelssohn wird in der Regel in der modernen Doppelstockhalle auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge in der Oranienburger Straße durchgeführt. Der nahe liegende Sportplatz in der Auguststraße wird während der Freiluftsaison genutzt.

Mit Ausnahme der Klassen 5 und 6, die über drei Stunden verfügen, nimmt der Unterricht einen Umfang von zwei Stunden in der Woche ein.

Die Grundlagen der verschiedensten Sportarten werden den Schülerinnen und Schülern der Schule im Unterricht der Sekundarstufe I (Klasse 5 – 10) vermittelt.
Grundsätzlich ist eine koedukative Zusammensetzung der Lerngruppen möglich; dies wird jeweils an der konkreten Lernsituation gemessen und entschieden.

In der Sekundarstufe II spezialisieren sich die Schülerinnen und Schüler der Schule auf bestimmte Sportarten, die für jeweils ein Semester gewählt werden. Das breite Angebot der Schule bei diesen zweistündigen Grundkursen umfasst die Individualsportarten Leichtathletik, Gymnastik/Tanz und Turnen, die Mannschaftssportarten Basketball, Fußball, Hockey und Volleyball und darüber hinaus Trendsportarten wie Tischtennis, Badminton, Inlineskating oder Fitness. Besonders hervorzuheben ist der Kurs Windsurfing, bei dem die Schule mit dem Wassersportzentrum der FU Berlin kooperiert. Diese Kurse werden in der Regel als semesterübergreifende Kurse angeboten.
Ferner zu erwähnen ist die Durchführung eines Kurses Ski alpin, der interessierte SuS in den Wintermonaten in die Alpen zum Skifahren führt.
Dieses breite Angebot ermöglicht es den sportlichen Schülerinnen und Schülern, das Fach Sport als viertes Prüfungsfach im Abitur zu wählen und somit ihren Fähigkeiten und Neigungen nachzukommen. Daher wird neben den Praxiskursen ein dreistündiger Kurs Sporttheorie angeboten, der der Vorbereitung einer mündliche Prüfung im Abitur dient.

Darüber hinaus werden eine Reihe außerunterrichtlicher Aktivitäten angeboten und durchgeführt. So finden sich auch im Bereich des Sports Arbeitsgemeinschaften zusammen. Zu nennen sind eine Basketball-AG, eine Inlineskatig-AG, eine Schach-AG sowie eine Fußball-AG, an denen sportbegeisterte Schüler aus allen Jahrgangsstufen teilnehmen.
Nicht zuletzt auch um für die Schule eine Außenwirkung zu erreichen, formieren sich aus den Aktivitäten der AGs Schülergruppen, die an verschieden Wettkämpfen im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ teilnehmen, so z. B. am Streetball-Turnier der Berliner Schulen oder an den Rundenspielen im Bezirk und im Land in den Sportarten Fußball, Tischtennis und Basketball.
Ganz besonders erfolgreich zeigen sich die Schülerinnen und Schüler in einer Disziplin, die im Rahmen des allgemeinen Sports eine eher untergeordnete Rolle spielt: Schach. Hier konnte in den vergangenen Jahren wiederholt Berliner Meisterschaften und hervorragende Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften errungen werden.