Hebräisch

Hebräisch ist nicht nur die Sprache der Bibel und des jüdischen Gebets, sondern in seiner von Ben Jehuda im 19. Jahrhundert neu belebten Form (Iwrith) zu einer modernen Umgangssprache und zum sprachlichen Bindeglied der Juden in aller Welt geworden. Es ist heute die offizielle Sprache des Staates Israel. Die Diaspora begleitet die jüdische Geschichte seit mehr als 2000 Jahren. Doch immer verband die hebräische Sprache die in aller Welt zerstreut lebenden jüdischen Gemeinschaften als Sprache des Gebets, der Lehre und des Studiums.
Das nationale Wiedererwachen und die Rückkehr nach Zion gingen Hand in Hand mit der Wiederbelebung des Hebräischen, wobei das Eine das Andere unterstützte und förderte.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts lag der Schwerpunkt von Lehre und Studium des Hebräischen in der Diaspora auf der Sprache der antiken Quellen (Tanach und Mischna). In der Moderne steht das im Staat Israel gesprochene Hebräisch im Mittelpunkt. Gesprochenes Hebräisch, jüdische Werte und jüdisches Erbe, die heilige Sprache, Gebet und Alltagssprache, sie alle sind miteinander untrennbar verwoben. Die Wurzeln jüdischer Bildung und Erziehung an jedem Ort und in jeder Generation liegen im Studium der hebräischen Sprache. 

Am Jüdischen Gymnasium Moses Mendelssohn wird nach modernen Erkenntnissen und Methoden der Sprachforschung und des Sprachunterrichtes das heute in Israel gesprochene Hebräisch unterrichtet. Die Sprachkenntnisse werden im Bibel- und im Religionsunterricht auf hebräische Texte und religiöse Fachbegriffe angewendet.

Um den Schülerinnen und Schülern unserer Schule die Gelegenheit zu geben, die Sprache nach Ulpan-Methoden zu erlernen, bieten wir allen Schülerinnen und Schülern des 8. Jahrgangs eine zweiwöchige Studienreise nach Israel an. Während dieser zwei Wochen lernen sie Hebräisch, reisen durch das Land und treffen sich mit gleichaltrigen Israelis.

Seit 2009 können interessierte Schülerinnen und Schüler das Fach Hebräisch als 3. Prüfungsfach im Abitur wählen. Eine Prüfung  im Rahmen der 5. Prüfungskomponente ist in Hebräisch ebenso möglich.

In der Semesterphase werden Themen wie Gesellschaftsgruppen, israelische und jüdische Identität, Sho’a-Literatur und  aktuelle Politik im heutigen Israel behandelt. Gelesen werden Werke von Autoren wie Amos Oz, Etagr Kereth, Eli Amir, Aharon Apelfeld und anderen. 

Bis zum 10. Schuljahr ist die Teilnahme am Hebräisch-Unterricht obligatorisch. Für Schüler, die ab der 5. Klasse zu unserer Schule kommen, ist Hebräisch die 2. Fremdsprache. Für  diejenigen, die bei uns ab der 7. Klasse das Gymnasium beginnen, besteht die Möglichkeit, in der Sekundarstufe I Hebräisch als zweite Fremdsprache zu wählen.

Im Rahmen des Hebräischunterrichtes werden auch israelische Spielfilme behandelt. Wenn möglich finden auch Kino- und Theaterbesuche statt.

Der Hebräischunterricht trägt auch zur Gestaltung und Durchführung der jüdischen und israelischen Feste, Feier- und Gedenktage bei.

Ot-12/2012